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Formfaser-Deckel vs. Kunst­stoff­de­ckel: Vergleich für die Gastronomie

Deckel aus Formfaser vs. Kunststoffdeckel: Leistung, EU-Einwegkunststoffregeln, Kunststoffabgaben, Kostenvergleich und der passende Deckel für Take-away.

Teil des Ratgebers: Pappbecher: Leitfaden zu Typen, Beschichtung und EU-Vorschriften

Mahdi SadoughGründer & CEO, Ekoroll
Draufsicht auf zwei Pappbecher mit schwarzem Kaffee zwischen cremeweißen Deckeln aus Formfaser auf einem hellen Holztisch

Deckel aus Formfaser sind heute eine der wichtigsten Alternativen zu Kunststoffdeckeln für Lebensmittelbehälter, Take-away-Boxen und Getränkebecher in der europäischen Gastronomie. Für Restaurants, Gastronomiegroßhändler und Lieferdienste, die den Wechsel prüfen, stellen sich dieselben praktischen Fragen: Wie funktionieren sie unter realen Bedingungen, wie schneiden sie bei den Kosten ab, wenn regulatorische Faktoren einbezogen werden, welche Formate und Größen gibt es, und was bedeutet die Umstellung konkret?

Dieser Leitfaden vergleicht Formfaser-Deckel und Kunststoffdeckel vollständig für den Einkauf in der Gastronomie – mit Materialeigenschaften, Leistung, Rechtslage, Kostenstruktur und Hinweisen zur Beschaffung. Den speziellen Vergleich der Alternativen zum Kunststoffdeckel für Getränkebecher (einschließlich deckelloser Becher) finden Sie hier: Alternativen zum Plastikdeckel für Kaffeebecher.

Für den Großhandelsbezug finden Sie hier die Ekoroll Deckel aus Formfaser.

Der Kern­un­ter­schied: Faser- vs. Kunst­stoff­de­ckel

Eine ausführliche Einführung, was Deckel aus Formfaser sind und wie sie hergestellt werden, bietet unser Leitfaden zu Becherdeckeln aus Formfaser. Dieser Beitrag konzentriert sich auf den Vergleich mit Kunststoffdeckeln in der Gastronomie.

Deckel aus Formfaser sind Verpackungsteile aus Pflanzenfaserbrei – meist Zuckerrohr-Bagasse, Weizenstroh, Bambusfaser oder Recyclingpapier. Der Faserbrei wird unter Hitze und Druck in Form gepresst; so entsteht ein fester, formstabiler Deckel, der auf passende Lebensmittelbehälter, Take-away-Boxen und Becher passt.

Herstel­lungs­ver­fahren

Die Herstellung von Formfaser umfasst:

  • Aufbereiten des Pflanzenfaserbreis, indem das Fasermaterial mit Wasser zu einer Suspension gemischt wird
  • Formen des Deckels, indem die Suspension unter Hitze und Druck in eine Form gepresst wird
  • Trocknen des geformten Deckels, um Feuchtigkeit zu entfernen und Festigkeit zu erreichen
  • Qualitätskontrolle auf Maßhaltigkeit und unversehrte Oberfläche

Bei einem unbehandelten Deckel wird in diesem Verfahren kein Kunststoff zugesetzt. Das Ergebnis ist ein Deckel aus Naturfaser. Ob ein bestimmter Deckel als kompostierbar zertifiziert ist – und für welche Bedingungen, Heim- oder Industriekompostierung –, hängt von Material, Barrierebehandlung und Zertifikat ab. Verlangen Sie daher das Zertifikat für genau diesen Artikel.

Faser­quellen

Die häufigsten Faserquellen für Deckel aus Formfaser sind:

  • Zuckerrohr-Bagasse: der faserige Rückstand nach der Zuckergewinnung aus Zuckerrohr. Bagasse ist ein landwirtschaftliches Nebenprodukt in großen Mengen, das sonst verbrannt oder entsorgt würde – seine Nutzung für Verpackungen vermeidet zusätzlichen Rohstoffabbau. Bagassefasern ergeben stabile, hitzebeständige Deckel mit guter Maßhaltigkeit.
  • Weizenstroh: landwirtschaftlicher Rückstand der Weizenernte. Ein reichlich vorhandenes Nebenprodukt mit guten Fasereigenschaften für Formverpackungen.
  • Recyclingpapierbrei: Papierfasern aus Verbraucher- oder Industrieabfällen. Spart Frischfaser, kann aber je nach Herkunft in der Faserqualität schwanken.

Ober­flä­chen­be­hand­lung

Deckel aus Formfaser gibt es unbehandelt und mit Oberflächenbehandlung:

  • Unbehandelt (natürliche Faseroberfläche): geeignet für trockene und leicht feuchte Speisen. Ohne zusätzliche Barriere nicht geeignet für sehr flüssige oder sehr fettige Anwendungen.
  • Mit wasserbasierter Barrierebehandlung: Eine wasserbasierte Beschichtung auf der Kontaktseite sorgt für Fett- und Feuchtigkeitsbeständigkeit bei anspruchsvollen Anwendungen wie Suppen, Currys und Gerichten mit Sauce. PFAS-freie Varianten erhältlich – prüfen Sie das anhand der Lieferantenunterlagen.
  • PLA-beschichtet: eine biobasierte Kunststoffbeschichtung für Flüssigkeitsbeständigkeit. Sie kann für die industrielle Kompostierung (DIN EN 13432) zertifiziert sein, doch PLA gilt nach der Einwegkunststoffrichtlinie als Kunststoff (Leitlinien der Kommission 2021) – der Deckel ist dann kein plastikfreier Artikel mehr. Im Altpapierstrom nicht recycelbar.

Formfaser-Deckel vs. Kunst­stoff­de­ckel: der voll­stän­dige Vergleich

Merkmal Deckel aus Formfaser PP-Kunststoffdeckel PET-Kunststoffdeckel
Materialherkunft Pflanzenfaser (Bagasse, Weizenstroh, Recyclingfaser) PP-Kunststoff auf Erdölbasis PET-Kunststoff auf Erdölbasis
Kunststoffanteil Keiner 100 % Kunststoff 100 % Kunststoff
Status nach Einwegkunststoffrichtlinie Außerhalb der Kunststoffdefinition bei 100 % Naturfaser ohne Kunststoffbeschichtung (PLA-Beschichtung gilt als Kunststoff) Becherdeckel und Lebensmittelbehälter unter Verbrauchsminderung (Art. 4) und erweiterter Herstellerverantwortung (Art. 8) Wie PP
Fest verbundene Verschlüsse (Art. 6) Gilt nicht – betrifft Getränkebehälter wie Flaschen, keine Becher oder Lebensmittelbehälter Gilt nicht für Becher- und Behälterdeckel Gilt nicht für Becher- und Behälterdeckel
Kunststoffspezifische Abgaben Keine (kein Kunststoff) Wo sie gelten, z. B. britische Plastic Packaging Tax, Spanien 0,45 €/kg, Einwegkunststofffonds in Deutschland Wie PP
Verpackungslizenzierung Gilt wie für jede Verpackung Gilt, dazu kunststoffspezifische Herstellerverantwortung Gilt, dazu kunststoffspezifische Herstellerverantwortung
Kompostierbar (DIN EN 13432) Nur wenn zertifiziert Nein Nein
Entsorgungsweg Bioabfall- bzw. Kompoststrom, wo örtlich zugelassen und der Artikel zertifiziert ist Selten – Lebensmittelreste verhindern das Recycling Selten – Lebensmittelreste verhindern das Recycling
Hitzebeständigkeit Gut – heiße und kalte Speisen; je nach Format Gut – PP stabil bis 120 °C Begrenzt – PET wird bei anhaltender Hitze weich
Mikrowellengeeignet Ausgewählte Formate unter Umständen geeignet; je Spezifikation prüfen Abhängig von der PP-Sorte Für die Mikrowelle meist nicht empfohlen
Fettbeständigkeit Gut mit Barrierebehandlung; mittel unbehandelt Sehr gut Sehr gut
Flüssigkeitsdichtheit Gut – bei anhaltendem Kontakt etwas Feuchtigkeitsübertritt möglich Sehr gut Sehr gut (transparente Varianten zeigen die Speise)
Sichtbarkeit der Speise Blickdicht – Speise nicht sichtbar Blickdicht (PP) oder durchscheinend Transparent – Speise sichtbar
Stapelbarkeit Gut Sehr gut Sehr gut
Wahrnehmung der Gäste Sichtbare Naturfaser Sichtbarer Kunststoff Sichtbarer Kunststoff
Stückkosten im Großhandel Höher als Kunststoff; projektbezogen angeboten Niedriger Niedriger bis mittel
Gesamtkosten in Märkten mit Kunststoffabgaben Wettbewerbsfähig – keine kunststoffspezifischen Abgaben; Verpackungslizenzierung gilt weiter Höher – Kunststoffabgaben plus EPR Höher – Kunststoffabgaben plus EPR

Leistung unter realen Gastro­no­mie­be­din­gungen

Die Leistung ist die häufigste Sorge bei der Bewertung von Deckeln aus Formfaser. Die ehrliche Antwort: Faserdeckel funktionieren in der großen Mehrheit der Gastronomieanwendungen gut – mit bestimmten Grenzen, die Sie bei anspruchsvollen Anwendungen kennen sollten.

Heiße Speisen

Deckel aus Formfaser aus Bagasse oder Weizenstroh sind von Natur aus hitzebeständig und eignen sich für heiße und kalte Speisen ohne Strukturverlust. Das deckt übliche heiße Take-away-Anwendungen ab: warme Mahlzeiten, Suppen und warme Gerichte bei normalen Serviertemperaturen. Faser leitet Wärme kaum, sodass die Deckeloberfläche nicht so heiß wird wie ein Kunststoffdeckel auf einem heißen Behälter. Das ist besonders bei Lieferungen relevant, bei denen Gäste den Deckel direkt anfassen.

Kalte Speisen und Kühlung

Deckel aus Formfaser eignen sich gut für kalte Speisen, auch bei Lagerung im Kühlschrank bei üblichen Kühltemperaturen. Faser wird bei Kälte nicht beeinträchtigt, während manche Kunststoffe bei niedrigen Temperaturen spröde werden. Wenn Behälter nach dem Verpacken gekühlt werden, funktionieren Deckel aus Formfaser zuverlässig.

Fett- und Ölbe­stän­dig­keit

Unbehandelte Deckel aus Formfaser sind mäßig fettbeständig und für leicht fettige Speisen geeignet. Bei sehr fettigen Anwendungen – Frittiertes, ölige Currys, fettes Fleisch – ist ein Faserdeckel mit Barrierebehandlung nötig, damit kein Öl durch die Faser dringt. Prüfen Sie die Spezifikation der Barrierebehandlung mit Ihrem Lieferanten und testen Sie vor der Großbestellung mit Ihren fettigsten Speisen. Ein Deckel aus Bagassefaser mit Barrierebehandlung bewältigt die meisten fettigen Anwendungen in der Gastronomie zuverlässig.

Lieferung und Transport

Deckel aus Formfaser bleiben beim üblichen Stapeln in Liefertaschen über typische Lieferzeiten von 20 bis 40 Minuten formstabil. Die Faserstruktur widersteht Druckverformung besser als manche dünnen Kunststoffdeckel. Bei hohen Stapeln testen Sie mit Ihrem tatsächlichen Liefer-Setup, bevor Sie sich auf eine Großbestellung festlegen.

Wo Kunst­stoff­de­ckel noch Leis­tungs­vor­teile haben

Ehrlich bewertet gibt es Punkte, in denen herkömmliche Kunststoffdeckel Faseralternativen überlegen sind:

  • Sichtbarkeit der Speise: Transparente PET-Deckel zeigen den Inhalt. Faserdeckel sind blickdicht. Wo die Sichtbarkeit kommerziell wichtig ist – Salatbars, Poke-Bowl-Betriebe, Frischware im Handel –, haben transparente PET-Deckel einen echten Präsentationsvorteil, den Faserdeckel nicht bieten können.
  • Dichtheit bei langem Flüssigkeitskontakt: Bei sehr flüssigen Anwendungen, bei denen der Deckel lange mit Flüssigkeit in Kontakt ist (mehr als 30 bis 45 Minuten), kann etwas Feuchtigkeit durch die Faser dringen. Faserdeckel mit Barrierebehandlung verringern das deutlich, erreichen bei langem Kontakt aber nicht ganz die Dichtheit versiegelter Kunststoffdeckel.

Formate und Kompa­ti­bi­lität

Deckel aus Formfaser gibt es in Formaten, die zu üblichen Behältergrößen der Gastronomie passen. Die wichtigsten Kompatibilitätsfaktoren:

Deckel aus Formfaser auf Gläsern, runden und eckigen Schalen und Kraftpapierbechern

Kompa­ti­bi­lität mit Behältern

Deckel aus Formfaser sind vor allem für folgende Behälter ausgelegt:

  • Bagasse-Behälter: Faser auf Faser ergibt ein vollständig plastikfreies System aus Behälter und Deckel. Die häufigste Großhandelskombination für nachhaltige Gastronomieverpackungen. Mehr dazu: Bagasse-Geschirr aus Zuckerrohr
  • Kraftpapier-Schalen: Faserdeckel, die zum Randprofil von Kraftpapier-Schalen passen, ergeben ein vollständiges System aus Papier und Faser
  • Take-away-Boxen: Faserdeckel für übliche Take-away-Boxen. Mehr dazu: Take-away-Boxen und Nudelboxen
  • Getränkebecher: Faserdeckel aus Formfaser für übliche Becherrandgrößen im Café als Becherdeckel ohne Kunststoff

Größen­be­reiche

Übliche Größenbereiche für Deckel aus Formfaser:

  • Deckel für kleine Behälter: Behälter von 350 ml bis 500 ml
  • Deckel für mittlere Behälter: Behälter von 500 ml bis 750 ml
  • Deckel für große Behälter: Behälter von 750 ml bis 1.000 ml
  • Becherdeckel: Becher mit 8 oz, 12 oz und 16 oz (ca. 240, 350 und 470 ml)

Klären Sie die genaue Kompatibilität zwischen Deckelformat und Behälter vor der Bestellung mit Ihrem Lieferanten. Die Maßtoleranz zwischen Deckelrand und Behälterrand bestimmt, wie gut der Deckel sitzt – testen Sie vor der Großbestellung mit Mustern.

Kosten­ana­lyse: Faser- vs. Kunst­stoff­de­ckel in EU-Märkten

Der Kostenvergleich zwischen Deckeln aus Formfaser und Kunststoffdeckeln fällt in EU-Märkten für Faserdeckel günstiger aus, als der reine Stückpreisvergleich vermuten lässt.

Stück­preis­ver­gleich

Deckel aus Formfaser liegen bei vergleichbaren Großhandelsmengen im Stückpreis über entsprechenden Kunststoffdeckeln. Das ist der Ausgangspunkt – und die Zahl, bei der die meisten Kostenvergleiche stehen bleiben.

Eingesparte Kunst­stoff­ab­gaben

Kunststoffspezifische Abgaben unterscheiden sich je nach Markt. Großbritannien (kein EU-Mitglied) besteuert Kunststoffverpackungsbestandteile mit weniger als 30 % Recyclinganteil über die Plastic Packaging Tax (228,82 £ je Tonne ab 1. April 2026). Spanien besteuert nicht wiederverwendbare Kunststoffverpackungen mit 0,45 €/kg (seit 1. Januar 2023). Deutschland hat keine Kunststoffverpackungssteuer, doch Hersteller von Kunststoffbechern, deren Deckeln und Lebensmittelbehältern aus Kunststoff zahlen in den Einwegkunststofffonds. Italiens Kunststoffsteuer ist verschoben und gilt nicht, Frankreich erhebt keine Kunststoffsteuer pro Kilogramm. Wo solche Abgaben gelten, trägt sie jeder Kunststoffdeckel, und bei typischen Monatsmengen entsteht daraus eine wiederkehrende Kostenposition, die mit einem plastikfreien Faserdeckel entfällt.

Unter­schiede bei der Verpa­ckungs­li­zen­zie­rung

Die allgemeine Herstellerverantwortung für Verpackungen gilt für alle Verpackungen, auch für Faserdeckel (in Deutschland Systembeteiligung nach VerpackG und Registrierung im LUCID). Was ein plastikfreier Faserdeckel vermeidet, ist die zusätzliche, kunststoffspezifische Herstellerverantwortung der Einwegkunststoffrichtlinie; zudem sind die Entgelte für Kunststoff oft höher als für Papier und Faser. Für Betriebe, die Verpackungen in mehreren EU-Märkten in Verkehr bringen, kann der Unterschied über ein Jahr spürbar sein.

Netto­kos­ten­po­si­tion

Werden Kunststoffabgaben und Unterschiede bei der Lizenzierung korrekt einbezogen, ist der tatsächliche Aufpreis von Deckeln aus Formfaser gegenüber Kunststoffdeckeln in Märkten mit Kunststoffabgaben spürbar kleiner als der reine Stückpreisunterschied. Bei hohen Monatsmengen in mehreren Märkten kann sich der Abstand erheblich verringern.

Anfor­de­rungen an Beschaffung und Zerti­fi­zie­rung

Für den professionellen Einkauf in der Gastronomie brauchen Deckel aus Formfaser bestimmte Unterlagen, die Compliance und Umweltaussagen stützen.

  • Zertifizierung nach DIN EN 13432: bestätigt die industrielle Kompostierbarkeit. Sie muss von einer akkreditierten Zertifizierungsstelle (TÜV AUSTRIA oder DIN CERTCO) für das konkrete Deckelformat ausgestellt sein – keine Pauschalzertifizierung für das gesamte Sortiment des Lieferanten. Erforderlich für jede Kompostierbarkeitsaussage in der Kundenkommunikation, besonders unter den EU-Regeln für Umweltaussagen (Richtlinie (EU) 2024/825) ab dem 27. September 2026. Beachten Sie: TÜV AUSTRIA OK compost HOME und OK compost INDUSTRIAL sind zwei getrennte Zertifikate.
  • Konformitätserklärung nach Verordnung (EG) Nr. 1935/2004: bestätigt, dass der Deckel die EU-Anforderungen an Lebensmittelkontaktmaterialien erfüllt. Erforderlich für alle Verpackungen mit Lebensmittelkontakt auf dem EU-Markt.
  • Nachweis der PFAS-Freiheit: Bei Faserdeckeln mit Barrierebehandlung bestätigen Sie die PFAS-Freiheit der Barriere mit Prüfberichten eines unabhängigen Labors. Manche Barrierebehandlungen enthielten früher PFAS-Verbindungen. Das ist besonders wichtig für Betriebe, die ihre Verpackung als „chemikalienfrei“ oder „PFAS-frei“ ausloben.
  • Mindestbestellmenge: projektbezogen je Format, Größe und Druckspezifikation

Deckel aus Formfaser im Großhandel für die Gastronomie

Ekoroll liefert Deckel aus Formfaser im Großhandel an Restaurants, Take-away-Betriebe und Gastronomiegroßhändler in ganz Europa. Passend zu Bagasse-Behältern und üblichen Gastronomieformaten. Lieferung aus der Türkei. Mindestbestellmenge und Preise projektbezogen auf Anfrage. Lebensmittelkontakt- und Kompostierbarkeitsdokumentation gemäß finaler Produktspezifikation und Produktionsweg, auf Anfrage.

Häufige Fragen

Eignen sich Deckel aus Formfaser für die Lieferung heißer Speisen?

Ja. Deckel aus Formfaser aus Bagasse oder Weizenstroh eignen sich für heiße und kalte Speisen ohne Strukturverlust und decken übliche heiße Take-away-Anwendungen bei normalen Serviertemperaturen ab. Für sehr fettige Gerichte (Frittiertes, ölige Currys) wählen Sie Faserdeckel mit Barrierebehandlung und klären Sie die Spezifikation der Barriere mit Ihrem Lieferanten. Testen Sie vor der Großbestellung mit Ihren Gerichten unter Ihren echten Lieferbedingungen. Faser leitet Wärme von Natur aus kaum, sodass die Deckeloberfläche bei normalen Lieferbedingungen nicht heiß wird.

Gilt die EU-Vorgabe zu fest verbundenen Verschlüssen für Becher- oder Behäl­ter­de­ckel?

Nein. Die Vorgabe der Einwegkunststoffrichtlinie (EU) 2019/904 zu fest verbundenen Verschlüssen (Tethered Caps, Art. 6, seit 3. Juli 2024) gilt für Kunststoffverschlüsse und -deckel von Getränkebehältern bis 3 Liter, etwa Flaschen und Getränkeverbundkartons. Für Becher und Lebensmittelbehälter gilt sie nicht – weder Kunststoff- noch Faserdeckel auf Kaffeebechern oder Take-away-Behältern müssen befestigt sein. Der Unterschied liegt im Rest der Richtlinie: Kunststoffdeckel für Becher fallen unter Maßnahmen zur Verbrauchsminderung (Art. 4) und die erweiterte Herstellerverantwortung (Art. 8), in Deutschland unter den Einwegkunststofffonds. Ein Formfaser-Deckel aus 100 % unveränderter Naturfaser ohne Kunststoffbeschichtung fällt nicht unter die Kunststoffdefinition und vermeidet diese kunststoffspezifischen Maßnahmen. Ein PLA-beschichteter Faserdeckel nicht, denn PLA gilt als Kunststoff.

Können Gäste die Speise durch einen Deckel aus Formfaser sehen?

Nein. Deckel aus Formfaser sind blickdicht – die Speise ist durch den Deckel nicht sichtbar. Das ist ein echter Unterschied zu transparenten PET-Deckeln, durch die Gäste den Inhalt sehen. Wo die Sichtbarkeit der Speise kommerziell wichtig ist – Salatbars, Poke-Bowl-Konzepte, Frischware im Handel –, braucht es für diese Anwendungen womöglich transparente Kunststoffdeckel oder ein Sichtfenster in der Verpackung. Bei den meisten heißen Lieferspeisen, Menüboxen und üblichen Take-away-Anwendungen beeinflusst die Blickdichtigkeit weder das Gästeerlebnis noch die Kaufentscheidung. Prüfen Sie, ob die Sichtbarkeit durch den Deckel für Ihre Speisekarte tatsächlich wichtig ist, bevor Sie die Blickdichtigkeit als Ausschlusskriterium werten.

Welche Zerti­fi­zie­rungen sollte ich für Deckel aus Formfaser verlangen?

Für den professionellen Einkauf im EU-Markt sind drei Nachweise unverzichtbar. Erstens eine Zertifizierung nach DIN EN 13432 durch TÜV AUSTRIA oder DIN CERTCO für das konkrete Deckelformat – sie bestätigt die industrielle Kompostierbarkeit und ist für jede Kompostierbarkeitsaussage in der Kundenkommunikation oder Beschaffungsdokumentation erforderlich. Zweitens eine Konformitätserklärung nach Verordnung (EG) Nr. 1935/2004, die bestätigt, dass der Deckel die EU-Anforderungen an Lebensmittelkontaktmaterialien erfüllt. Drittens bei Faserdeckeln mit Barrierebehandlung Prüfberichte eines nach ISO 17025 akkreditierten Labors, die bestätigen, dass die Barrierebehandlung keine PFAS-Verbindungen enthält. Ein Lieferant, der nicht alle drei Dokumente für sein konkretes Produkt vorlegen kann, ist für den professionellen Einkauf im EU-Markt nicht ausreichend dokumentiert.

Passen Deckel aus Formfaser auf Standard-Lebens­mit­tel­be­hälter?

Deckel aus Formfaser sind für übliche Behälterformate der Gastronomie ausgelegt, darunter Bagasse-Behälter, Kraftpapier-Schalen und Standard-Take-away-Boxen. Ob sie passen, entscheiden Durchmesser und Profil des Deckelrands im Verhältnis zum Behälterrand – nicht jeder Faserdeckel passt auf jeden Behälter, auch wenn das Volumen ähnlich scheint. Testen Sie vor der Großbestellung das konkrete Deckelformat mit Ihrem konkreten Behälter, um Sitz, Verschlusssicherheit und Stabilität bei Ihren Speisen und Lieferbedingungen zu prüfen. Die meisten qualifizierten Lieferanten stellen vor der Großbestellung Muster für Kompatibilitätstests bereit.

Mahdi Sadough

Mahdi Sadough Gründer & CEO, Ekoroll

Mahdi Sadough ist Gründer und CEO von Ekoroll. Er bringt seine Erfahrung aus Markenführung, Verpackungsentwicklung und Produktinnovation in praxistaugliche faserbasierte Verpackungssysteme für die Gastronomie ein.

ekoroll.com/de/blog/molded-fiber-lids-vs-plastic-lids · sales@ekoroll.com · © 2026 Ekoroll

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